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Harro
Harring als Maler [Seite 1] [Seite
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Als
Maler ist Harro Harring heute fast völlig vergessen. Seine
Bilder sind größtenteils nur literarisch nachzuweisen. Er
ist auch nicht primär Maler gewesen, sondern bereits ab 1830
war er als rastloser Revolutionär und Streiter für die Freiheit
und Selbstbestimmung der Völker in der ganzen Welt unterwegs.
Dennoch soll hier beispielhaft auf eine Reihe von Aquarellen
hingewiesen werden, die nach seinem Aufenthalt 1840 in Brasilien
entstanden.
Diese Aquarelle wurden 1996 in einer Ausstellung in Sao Paulo
gewürdigt. In der Zeitschrift „Veja“ schreibt Angela Pimenta
am 7. August 1996 dazu folgendes:
Finstere
Farben
Das hierzulande unbekannte Werk des Dänen Paul Harro Harring
schildert die Rohheit der Sklaverei in Brasilien
Fasziniert von der neuen Welt und finanziert durch den europäischen
Adel und Königshäuser, durchzog im 19. Jahrhundert eine
Legion reisender Künstler das brasilianische Staatsgebiet.
Persönlichkeiten wie der Franzose Jean-Baptiste Debret (1768-1848)
und der Deutsche Johann Moritz Rugendas (1802-1858) kamen
in offizieller Mission, um Land und Leute zu dokumentieren.
Vermeintlich objektiv porträtierten ihre Bilder ein wildes,
exotisches und manchmal pittoreskes Land mit seiner Flora,
Fauna und ethnischen Verschiedenheit.
Ohne Auftraggeber oder Finanzier landete in derselben Zeit
auch der dänische Maler Paul Harro Harring (1798-1870)
hier, ein Revolutionär, der sich damals das Leben mit illustrierten
Reportagen für die englische Abolitionszeitschrift „The
African Colonizer“ verdiente. Erst jetzt kommt das durch
die Geschichtsschreibung und die Kritik ignorierte Werk
Harro Harrings ans Licht. Ab Dienstag dieser Woche werden
die „Tropischen Skizzen aus Brasilien“, 24 Aquarelle, die
der Künstler 1840 in Rio de Janeiro malte, im Higienópolis-Saal
des Instituts Moreira Salles in Sao Paulo ausgestellt.
Ein Sklave aus dem Kongo berichtet Harring
von seinem Schicksal
Die Aquarelle Harro Harrings steckten 155 Jahre in der Schublade
und wurden zum ersten Mal letztes Jahr in Pocos de Caldes,
Bundesstaat Minas Gerais, ausgestellt. Die Zeit zwischen
1841, als der Künstler Brasilien verließ, und 1965, als
der brasilianische Bankier Walther Moreira Salles sie in
einem Pariser Antiquariat erwarb, lagen sie in Europa. Diese
24 Aquarelle sind alles, was vom Werk Harro Harrings übrig
geblieben ist. Sie gelangten nie auf den Kunstmarkt, und
so ist es schwer, ihren Wert einzuschätzen. Jedenfalls ist
Harro Harring weit davon entfernt, einfach nur ein weiterer
reisender Maler unter den rund 50 europäischen Künstlern
zu sein, die während des 19. Jahrhunderts in Brasilien arbeiteten.
Sein originelles Werk stellt eine neue Haltung in der Behandlung
der brasilianischen Sklavenfrage dar. Zornig und mit technischer
Sorgfalt porträtiert er die Strafen und Erniedrigungen sowie
die Armut der Sklaven und freigelassenen Schwarzen in Rio
de Janeiro. Er bietet den schmerzlichen Anblick von Sklavenschiff-Flotten
und er zeigt außerdem die Landschaft von Rio de Janeiro.
Die Landschaftsmalerei des Dänen ist allerdings der Schwachpunkt
seines Schaffens. Es ist nicht wenig verwunderlich, dass
die Berge Rio de Janeiros und der Guanbara-Bucht sich auf
seinen Bildern in riesige Steinbrüche verwandeln, die eher
den Fjorden und Gletschern Nordeuropas gleichen.
Ankunft neuer Sklaven
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